11 Techniken
Atmosphäre und WetterDie Luft der Szene
Wetter und Atmosphäre geben einer Szene Textur. Regen macht einen Abschied schwerer, Nebel verbirgt, was kommt, Dunst lässt Licht Formen in die Luft zeichnen. Sie machen Bilder auch glaubwürdiger, denn Luft vor der Kamera ist selten leer.
Diese Effekte sind eine der wenigen visuellen Entscheidungen, die vollständig auf die Seite gehören: EXT. STRASSE, NACHT, REGEN ist eine Entscheidung des Autors. Jede Seite zeigt den Effekt, seine Bedeutung und was seine Vorbereitung kostet.

Regen
Regen im Film entsteht meist mit Regentürmen, Sprinklern und Gegenlicht, denn echter Nieselregen zeigt sich kaum auf Kamera. Das Publikum spürt das Wetter als Stimmung: Trübsinn, Reinigung, Gefahr oder Romantik, die sich durch die Szene zieht.

Nebel
Nebel im Bild, echt oder mit Nebelmaschinen erzeugt, verschluckt die Distanz und verwandelt Licht in leuchtende Höfe. Das Publikum sieht nicht, was vor ihm liegt, und jede Form im Nebel wird zur Frage oder zur Bedrohung.

Atmospheric haze
Atmospheric haze legt einen leichten Schleier aus Feuchtigkeit, Staub oder Rauch über die Luft, sodass entfernte Objekte verblassen und weich werden, während nahe Motive klar bleiben. Das Publikum spürt Tiefe und Größenverhältnisse, und die Welt bekommt eine sanfte, gemalte Ferne.

Smoke
Rauch legt sich als sichtbare, bewegte Schicht über die Szene, fängt Licht ein und weicht alles ab, was dahinter liegt. Das Publikum liest den Raum als schwer, geheim oder gefährlich, noch bevor ein Wort fällt.

Staubpartikel
Staubpartikel sind winzige Teilchen, die in einem Lichtstrahl schweben und sich vor einem dunkleren Raum abheben. Sie erzählen dem Zuschauer, dass sich hier Zeit abgesetzt hat, und sie machen Stillstand lebendig.

Steam
Steam ist aufsteigender Wasserdampf, aus einem Schacht, einem Topf, einem Körper oder einem Atemzug, eingefangen im Licht, sodass er leuchtet und treibt. Er erzählt dem Publikum etwas über Temperatur und Leben: Hier ist etwas heiß, kalt, in Arbeit oder atmet.

Schnee
Schnee legt eine Szene in Weiß und füllt die Luft mit langsam fallenden Flocken. Er macht die Welt still, isoliert die Figuren darin und macht jede Spur am Boden, vom Fußabdruck bis zum Blutfleck, unmöglich zu verbergen.

Wet-down
Ein Wet-down bedeutet, Straßen, Böden oder Sets vor der Aufnahme mit Wasser zu nässen, damit die Flächen glänzen und jede Lichtquelle spiegeln. Nachtszenen gewinnen an Tiefe und Farbe, und die Stadt wirkt, als hätte es eben geregnet.

Sparks and embers
Sparks and embers sind glühende Partikel, die Metall, Feuer oder Reibung auswerfen und durch ein dunkleres Bild schießen oder treiben. Sie machen Hitze sichtbar und rücken das Publikum nah an Gefahr, Arbeit oder Untergang.

Sandsturm
Ein Sandsturm füllt das Bild mit windgetriebenem Sand oder Staub, von einer fernen rollenden Wand bis zum blendenden Dunst um die Figuren. Das Publikum spürt, wie das Land feindlich wird und die Welt auf wenige Meter Sicht zusammenschrumpft.

Underwater
Bei einem Underwater-Shot liegt die Kamera unter der Wasseroberfläche, wo sich Licht bricht, Ton dumpf wird und Körper schweben. Das Publikum verlässt die gewöhnliche Welt und taucht ein in eine, die ruhig, traumhaft oder beklemmend wirkt.